KUNSTHALLE | FRO präsentiert

Mathias Garnitschnig – Der grosse Komfort

Mathias Garnitschnig (*1979, Bregenz*) studierte Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Erwin Wurm und Gerda Fassel, nachdem er zuvor die Fachschule für Bildhauerei in Tirol besucht hatte. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich mit der Beziehung zwischen Körper, Objekt und Raum sowie mit der Frage, wie gestaltete Dinge unsere Wahrnehmung beeinflussen. Für die Kunsthalle FRO entwickelte Garnitschnig die großformatige Sitzskulptur *„Der grosse Komfort“*, die sich bewusst auf die Architektur des ORF-Landesfunkhauses Vorarlberg bezieht. Die Installation kann betreten und benutzt werden und verändert dadurch die gewohnte Nutzung des Raumes. Besucherinnen und Besucher werden Teil der skulpturalen Situation und erleben den Raum aus einer neuen Perspektive.

Die Kunsthistorikerin Amrei Wittwer beschreibt die Arbeit in der Zeitschrift Kultur

(Ausgabe Juni 2026) als Auseinandersetzung mit dem berühmten LC2-Sessel von

Le Corbusier, einem Symbol der modernen Designgeschichte. Während der historische Entwurf für Komfort, Rationalität und Fortschrittsglauben stand, hinterfragt Garnitschnig genau dieses Versprechen. „Der grosse Komfort ist ein anmassendes Versprechen“, so der Künstler. Seine Arbeit bringe die Besucherinnen und Besucher „nicht in sondern aus der Komfortzone“. Die Skulptur fordert dazu auf, gewohnte Sichtweisen zu verlassen und den Raum bewusst neu wahrzunehmen. Dabei interessiert Garnitschnig besonders die Benutzbarkeit von Skulptur sowie „die Beziehung zwischen Körper, Objekt und Raum, den Effekt, den gestaltete Dinge auf den Menschen haben.“

Darüber hinaus thematisiert die Arbeit auch gesellschaftliche Fragen. Wittwer hebt hervor, dass sowohl Kunst als auch unabhängiger Journalismus „der Infragestellung von Glaubenssätzen“ dienen. Die Installation im ORF-Landesfunkhaus verbindet somit Architektur, Skulptur und gesellschaftliche Reflexion auf besondere Weise.

Seit 2007 ist Mathias Garnitschnig kontinuierlich in Ausstellungen im In- und Ausland vertreten, unter anderem in Wien, Dornbirn, Stuttgart und Dubai. Zu seinen jüngeren Ausstellungen zählen „Mythos Idylle Maisäß“ im vorarlberg museum (2019), „tetatet“ in der Galerie c.art (2022), „Wenn Material zur Form wird“ in der Artenne Nenzing (2022) sowie „WASSER.KRAFT“ im Kunstforum Montafon (2024). 2025 realisierte er zudem ein Kunst-am-Bau-Projekt an der Fachhochschule Dornbirn. Für seine Arbeiten erhielt Garnitschnig mehrere Auszeichnungen und Stipendien, darunter den Kahnweiler-Preis für Bildhauerei, das Sussmann-Stipendium sowie den Anerkennungspreis des Landes Vorarlberg.

Ausstellungsdauer
Die Arbeit ist vom 3. Juni bis 30. August 2026
täglich zu den Öffnungszeiten des Hauses zu besichitgen.

Pressekontakt:
Kunsthalle FRO
Marbod Fritsch
marbod.fritsch@bregenznet.at
+43 664 3381777