KUNSTHALLE | FRO präsentiert
ELENA APOLLONIO | DIE KATZE BEISST SICH IN DEN SCHWANZ
Elena Apollonios Ausstellung in der Kunsthalle FRO bewegt sich zwischen Malerei, Skulptur, Installation und einer beinahe bühnenartigen Inszenierung. Frei stehende, bemalte und mit unterschiedlichen Stoffen bespannte Bildträger verteilen sich im offenen Foyer. Sie stehen nicht an den Wänden, sondern auf schmalen Beinen, die in kleinen, handgeformten Füßen enden. Dadurch erhalten die Arbeiten etwas Körperhaftes: Sie erinnern an Figuren, die sich im Raum versammelt haben und zueinander, zur Architektur und zum Publikum in Beziehung treten.
Jedes dieser Elemente besitzt eine eigene Form, Farbigkeit und Oberfläche. Malerische Gesten treffen auf geometrische Raster, Streifen und Karomuster. Transparente und blickdichte Stoffe, sichtbare Holzrahmen sowie Vorder- und Rückseiten werden gleichwertige Bestandteile der Arbeiten. Manche Flächen wirken offen und durchlässig, andere geschlossen und kompakt. Immer wieder erscheinen Formen, die an Fenster, Türen, Bildschirme oder architektonische Grundrisse erinnern, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen.
Die einzelnen Bildobjekte bilden keine starre Ordnung. Sie stehen leicht versetzt, wenden sich einander zu oder voneinander ab und eröffnen wechselnde Durchblicke. Je nachdem, von welcher Seite man sich ihnen nähert, erscheinen neue Überschneidungen und Zusammenhänge. Ein zunächst flächiges Bild wird von der Rückseite als Konstruktion sichtbar; ein anderes verdeckt Teile seiner Umgebung und gibt zugleich den Blick auf weitere Arbeiten frei.
Zwischen den aufrecht stehenden Elementen befinden sich mit karierten Stoffen bezogene Sitzmöbel. Auch sie sind Teil der künstlerischen Inszenierung. Die vertraute Form eines Sofas
oder Sessels erzeugt einen überraschend wohnlichen Moment innerhalb der offenen, technisch geprägten Architektur des Funkhauses. Zugleich entsteht der Eindruck eines provisorischen Innenraums: eines Zimmers ohne feste Wände, dessen Grenzen allein durch Bilder, Stoffe und Blickachsen bestimmt werden.
Die Installation reagiert auf die besondere Architektur der Kunsthalle FRO. Diese wird nicht verdeckt, sondern bewusst einbezogen. Den klaren Linien und kühlen Materialien des Gebäudes setzt Apollonio eine bewegliche Welt aus Farbe, Stofflichkeit und handwerklichen Spuren entgegen.
Das Publikum betrachtet die Arbeiten daher nicht nur von außen, sondern bewegt sich mitten durch sie hindurch. Die Ausstellung verändert sich mit jedem Schritt: Bilder werden zu Körpern, Möbel zu Skulpturen und Zwischenräume zu vorübergehenden Aufenthaltsorten. So entsteht ein offenes Gefüge, in dem Malerei nicht länger nur Fläche ist, sondern den Raum besetzt und zu einem Gegenüber wird.
Kurzbiografie
Elena Apollonio, geboren 1989 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien und schloss 2022 ihr Studium in Grafik und Druckgrafik.
Mit der Diplomarbeit „Not Standing Up Straight“ ab. 2026 folgte ein weiterer Abschluss im Bereich TransArts mit der Arbeit „Die Katze beißt sich in den Schwanz“. Im Jahr 2023 erhielt sie ein 10×5-GO-Stipendium des Landes Vorarlberg.
Ihre künstlerische Praxis umfasst Malerei, Skulptur und Installation. Im Zentrum stehen Fragen nach Materialität, räumlichen Strukturen sowie nach dem Verhältnis einzelner Elemente zu übergeordneten Systemen.
Die Ausstellung in der Kunsthalle FRO ist ihre erste Einzelausstellung in Vorarlberg.
Tgl.: 8:00 – 18:00 Uhr
Dauer: 8. September bis 1. November 2026
ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg
Rundfunkplatz 1, Dornbirn
Pressekontakt:
Kunsthalle FRO
Marbod Fritsch
marbod.fritsch@bregenznet.at
+43 664 3381777